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Die Lautverschiebung


Die Lautverschiebung ist ursächlich verantwortlich für die Ausbildung verschiedener Dialekte der deutschen Sprache, aber auch für die Entwicklung etlicher europäischer Sprachen.


Die Lautverschiebung begann bei den Alemannen so um das Jahr 600 n. Chr. und trennte das Althochdeutsche vom Altniederdeutschen. Die Lautverschiebung haben vor allem die ober- deutschen Mundarten vollständig mitgemacht, nämlich das Alemannische, Schwäbische, Bayrische, Süd(rhein)fränkische und das Ostfränkische.

So ab 700 n. Chr. ist die Lautverschiebung auch nach Norden vorgedrungen, wobei im Laufe der Zeit eine bayrisch-alemannische und eine rheinisch-fränkische Kirchensprache entstanden ist.


Das heutige Schriftdeutsch lässt sich in seiner Entstehung ab 1500 beobachten. Zum einen lässt es sich von einer Urkundensprache ableiten, die sich in Prag entwickelt hat, und natürlich auch von Martin Luther, der die Bibel um diese Zeit ins Deutsche übersetzt hat.


Mit der Erfindung des Buchdruckes gewinnen Grammatik und Wörterbücher  an Gewicht und der Duden liegt quasi schon in der Wiege...

Was passierte in unserem Sprachraum?:


Der 'schwäbisch-alemannische Sprachraum' ( Das Ries bis ins Wallis und die Vogesen bis über den Lech), der bayrische Sprachraum (Altbayern und Österreich, ohne Vorarlberg und Nordwest-Tirol um Reute), und der Ostfränkische Sprachraum (Nürnberg - Bamberg - Würzburg) mit Südfränkisch (Heilbronn - Karlsruhe), das alles war Oberdeutsch.

Dieser ganze Bereich hat z.B. das gemeinsame Merkmal, dass man den alten germanischen  Wortanlaut 'p'- und 'pp' zu 'pf' verschoben hat, also Pfund statt Pund, Pfarrer statt  Parrer und Apfel statt Appel, Zöpfe statt Zöppe. In der Schweiz und am badischen Hochrhein wurde das alte 'k' am Wortanlaut zu 'ch'  verschoben.


Alemannisch wird folgendermaßen aufgeteilt: In der Schweiz, im südlichen Schwarzwald und im südlichen Elsass spricht man Hochalemannisch. Zudem gibt es in großen und kleinen Walsertal und im Wallis sogar ein Höchstalemannisch. Im Nord-Elsass und im Mittleren Schwarzwald herrscht das Niederalemannisch vor.


Erst ab dem 13. Jahrhundert begann sich der alemannische Dialekt vom schwäbischen Dialekt zu unterscheiden, zeitlich zusammenfallend mit dem Zerfall vom Staufer-Reich und dem Herzogtum Schwaben.


Das Süd(rhein)fränkische wird rund um Karlsruhe gesprochen, heute auch als Badisch bekannt.

Es gab zwei wichtige Lautverschiebungen, das 1822 von Jacob Grimm formulierte Gesetz beschreibt erstmals systematisch den Lautwandel innerhalb der indogermanischen Sprachen, insbesondere das Muster für die Veränderungen der Verschlusslaute.


Erste oder Germanische Lautverschiebung:

Die 1. Lautverschiebung setzte etwa zwischen 1.200 und 1.000 v. Chr. ein und war zwischen 500 und 300 v. Chr. abgeschlossen.  Sie führte zur Differenzierung zwischen den germanischen und den übrigen indogermanischen Sprachen.

Gemäß der ersten Lautverschiebung wurden ..


die stimmlosen Verschlusslaute p, t und k im Althochdeutschen zu stimmlosen Reibelauten f, d und h, im Englischen zu f, th und h (z. B. lateinisch pater zu althochdeutsch Fater, englisch father, neuhochdeutsch Vater).


die stimmhaften Verschlusslaute b, d und g zu den stimmlosen Verschlusslauten p, t und k (z. B. lateinisch dens zum englisch tooth);


die behauchten Verschlusslaute bh, dh, gh wurden zu stimmhaften Reibelauten und schließlich zu den stimmhaften Verschlusslauten b, d, g (z. B. indogermanisch ghostis zu neuhochdeutsch Gast).


Zweite oder Hochdeutsche Lautverschiebung:


Die 2. oder hochdeutsche Lautverschiebung vollzog sich von etwa 500 bis 800 n. Chr. Diese Verschiebungen im Konsonantensystem führten zur Ausgliederung der althochdeutschen Dialekte aus den übrigen germanischen Sprachen und Dialekten. Betroffen waren hiervon die hochdeutschen Dialekte Süddeutschlands, die die Grundlage für das spätere Neuhochdeutsche bildeten.


Hier helfen wieder einige Beispiele: maken -> machen, Pund -> Pfund, Water -> Wasser, Dag -> Tag und geven -> geben.


Hier sieht man deutlich die Verwandtschaft mit der englischen Sprache, die die zweite Lautverschiebung einfach nicht mitgemacht hat, wie im übrigen auch das Friesische.


Das Wissen um die Gesetzmäßigkeiten des Lautwandels ist von großer Bedeutung, da es die Verwandtschaft der germanischen und indogermanischen Sprachen bestätigt und die Entwicklung moderner Sprachen wie z. B. Englisch, Niederländisch und Niederdeutsch aus den alten germanischen Sprachen aufzeigt. Das Grimm’sche Gesetz zeigt, dass sich Veränderungen innerhalb einer Sprache und auch in Sprachgruppen allmählich vollziehen und nicht Ergebnis willkürlicher Änderungen in einzelnen Wörtern sind.


Rund um den Bodensee* lebt das Alemannisch tatsächlich noch. Man kann es an einer Besonderheit erkennen: Das Alemannisches hat in der 2. Lautverschiebung die Diphtongisierung langer Vokale nicht mitgemacht.


Hus zu Haus, Buura zu Baura, Wibr zu Weibr, Wi  zu Wei(n), brucha  zu braucha.
Man sagt auch "xii" (ge-sein) statt gwä(a) (= gewesen), verwendet also ein anderes Partizip Perfekt (das eigentlich richtigere, den der Infinitiv ist 'sein'), wie auch die (Süd-)Badener, Vorarlberger und die Schweizer.


*Philipp Rümmele merkte hierzu am 9.2.2002 per eMail an:
Dazu möchte ich sagen, dass wir Vorarlberger südlich vom Bodensee leben und vom Rest Österreichs auch die Gsi oder Xsi genannt werden und meine Großeltern besitzen ein wunderbares Buurahuus! Das Vorarlberger Rheintal ist tatsächlich von Bregenz bis Götzis alemannisch besiedelt worden und hier wird ihr oben beschriebener Dialekt sehr ausgeprägt gesprochen.

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