Wo Geld isch, isch au dr Deifl, wo kois isch, do isch er zwoimol

Meinungen zu schwäbischen Kehrwoche III


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Warum dr Schwob sei Kehrwoch mecht.  (Irgendwo im Internet gefunden ..)

S gibt gute Gründ warum dr Schwob sei Kehrwoch oifach macha muß und nedd drumrum kommt.
Z erscht muß mr no kurz erwähne, Kehrwoch wird immr am Samschdich gmacht. Oft ischs dann so, daß d Fraa im Haus putzt, dr Mo ausarum. Des isch no a ganz klare Uffteilung und s gibt koin Schtreit.
Dr Schwob isch saubr.
Für a schwäbische Hausfrau (odr Hausmo, solls ja au gäba) isch des a riesigs Lob wenn mr zurer secht: "Eier Gehwäg isch abbr fei schee saubr." odr: "S Träppahaus isch so saubr, do kenntsch vom Boda ässa" obwohl mr eigntlich nedd vom Boda ässa sollt.
Wenn dr Mo d Rasa mäht (Dr Mäher isch uff genau 35mm gschtellt), odr sein Daimlr putzt, no duat Fraa halt s Träppahaus wischa und d Gehwäg fähga. Natierlich isch des a Gschäft, des kennt mr doch au übr Näbakoschta von dr Miete an a Putzfirma abdrücka. Macht n rechta Schwob abbr net. Weil nemlich andre nedd gscheit putza könna und sowieso koi Ohnung von nix hänn, no mecht mrs halt glei sälbr.


Dr Schwob isch gsällig.
Ja was glaubat ihr was am Samschdich los isch. Mit Oimr, Lappa und Meischtr Proppr bewaffnet trifft mr sich im Träppahaus. No isch des so: Vom Schtock übr oim putzt oine runtr. Wenn die no endlich do isch wird bahtscht. No putzt mr zu zwoit bis zum nägschta Schtock nundr. Do trifft mr no nomol a Nachbare. Wiedr wird bahtscht
Des gangt no bis ins Ärdgschoß nundr. Hauptsach isch, daß mr sich halt trifft und wiedr mol mitnandr schwätzt.


Dr Schwob isch neigierig.
Fürn Schwob ischs ganz arg schlimm, wenn dr Nachbr meh wois wie mr sälbr. Deswäge duat mr sich oimol in dr Woch mitm Oimr, Bäsa und Kehrwisch bewaffna und gangt naus auf d Gehwäg zum Fähga. Weil jetzt abbr au älle anrde grad ihr Schtroßakehrwoch machat, ko mr die Glägaheit glei nutza um s neieschte zu Erfahra.
Wem sei Onkl isch gschtorba, wellem sei Kindr wellet nur s Gäld vom Opa und sälbr hat mr ja au a weng was z jammrn. No ko mr glei no a weng übr d Politikr goscha und übrhaupt war s früher viel scheenr und bessr.


Dr Schwob muß bruddln.
Wenn dr Schwob nix zum bruddln hat, no ischs oifach nix. Und weil mr an d Politikr nix ändra ko, bruddlt mr halt übr den viela Dräck uffm Wäg und denne Dappr uff dr Träpp. Wenn dr Nachbr mol nedd so schee putzt hat isch dr Schwob oifach seelig: "Du Nachbr, do hasch abbr was vrgässa. Den Dräck siehsch scho vom Bodasee."
No wird no a weng übr d Kemie gschimft, weil dr Meischtr Proppr isch doch beschtimmt nedd gut fürd Gsundheit und des bücka gangt voll ins Kreiz nei.


A tipischs Gschpräch bei dr Kehrwoch:
(Dr Pfleiderer isch 48, Häusle bald abzahlt und schafft als Meischtr. Dr Lederer isch 55, Lährer und wohnt im Block bei Pfleiderers gegaübr.)
Dr Lederer kehrt sein Gehwäg scho a Weile, dr Pfleiderer fangt grad oh.
Pfleiderer: So, au do.
Lederer: Scho.
P: Fangsch grad ou?
L: Noi, i bin scho fertig.
P: Mr sieht gar nix.
L: Seggl.
P: Musch halt gscheit kehra.
L: Mache scho, abbr d Bäsa sin heit au nimme des wasse mol wara.
P: Koi Wundr bei unsra schlechta Ausbildung.
L: Des kommt, weil d Politikr z wenig in Ausbildung neischtecka.
P: Wenn i was z saga hät.
L: Was no?
P: No dät i... jeddz guck dr den Rotzleffl oh! Latscht där durch mein Dräckhaufa.
P(blägt nübr): He du Grasdaggl! Wenne de vrwisch gibts heiße Ohra!
L: Den kenna mr doch.
P: Des war m Kümmerer sein Olaf. Sei Onkl isch neilich gschtorba.
L: Awa. Was hattrn ghett?
P: Kräbs. Odr Aschbest kennts au gwäsa sei.
L: Soso. Des isch abbr koi Entschuldingung sei schlächte Nota.
P: Wo hat dr Olaf schlächte Nota?
L: Mim deitsch hattrs nedd so ganz.
P: Isch au nedd so wichtig. Schwätza muß mr kenna.
L: So jetzt binne abbr fertig.
P: I au. Komm, ganga mr in d Ocksa nübr.
L: I lad de uffn Trollingr ei.
P(blägt zur Fraa uffm Balkon): Hilde, i komm in nr Schtund wiedr.
L(flüschtrt): Odr in zwoi bis vier.

 


Die Kehrwoche ist eine allwöchentliche Aktivität einer besonderen Spezies von Mensch - dem Schwaben.


Wir wollen uns diese Abart des Saubermachens hier einmal genauer ansehen:

KLAPP !! - Der Mülleimerdeckel von Frau Nägele schlägt mit lautem Krachen zu. Natürlich kann man den Mülleimer auch leise schließen, aber es ist Samstag. Und Samstag heißt bei schwäbischen Haushalten: "Die Kehrwoche ist fällig!" Oder besser: "Der Kampf hat begonnen".


Frau Nägele steht bewaffnet mit Hausfrauenkittel, Putzeimer und Gummihandschuhen vor der Garage und lauscht dem Wiederhall des Mülleimerdeckels. Wie lange wird es wohl dauern, bis die Nachbarin den Vorhang beiseite schiebt und sich auf das Fensterbrett lehnt ? "Morga Frau Nägele ! So, demma putza?" Aha, sie muss wohl schon am Fenster gestanden haben und geradezu auf den Mülleimer der Nachbarin gewartet haben...


"Jo, s'muss halt au mol wieder sei, gell? Ond wa isch mit ihna? Hend se nix zom do ?" Der Kampf beginnt: "Ha doch, I wollt grad mei Vorhäng wascha, wo ne Sia gseah han." (eine typische Ausrede, um den Verdacht der Neugierde von sich zu lenken)


Wir betrachten diese Szene später weiter und wenden unseren Blick zunächst auf die Häuser der beiden Damen. Der Verputz an den Wänden strahlt in hellem Glanz, die Blumentöpfe sind frisch poliert und die Hofeinfahrt weiß gar nicht, ob sie nicht vielleicht lieber Wohnzimmer sein sollte. Am Auto findet man kein Stäubchen, die Fenster sind so durchsichtig, als ob sie gar nicht da wären. Warum also dieser ganze Aufwand?


Nun, es gibt für den Schwaben nichts Schlimmeres, als der Vorwurf, dass bei ihnen etwas nicht ganz sauber sei. Diese Anmaßung tut dem Schwaben in der Seele so weh, als wenn man einem Franzosen sagen würde, er hat keine Ahnung von Käse und Wein.


Und die größte Freude für einen Schwaben ist es, wenn die Nachbarn sagen: "Sie hend aber a schees Häusle..." Dann - und nur dann - ist der Schwabe glücklich.
Wenden wir uns nun aber wieder unseren Nachbarinnen zu. Frau Holzäpfel beginnt damit, die Vorhänge von den Fenstern zu nehmen. (Nicht, weil sie dringend gewaschen werden müssten, aber so kann sie Frau Nägele besser beobachten...)


Frau Nägele breitet in der Zwischenzeit ihren Wohnzimmerteppich auf der eigens dafür in den Boden betonierten Teppichstange aus, und beginnt mit dumpfen Schlägen auf ihn einzudreschen. Da aber der Wind ungünstig steht, werden Frau Holzäpfels Gartenmöbel von einer Staubwolke eingehüllt. Gut, dass sie gerade am Fenster stand, und das gesehen hat. Sofort rennt sie mit einem Putzeimer auf die Terrasse und säubert die Stühle. Frau Nägele hat inzwischen den Teppich fertiggeklopft und wendet sich dem Treppenhaus zu.


Natürlich ist dieser Teil des Gebäudes der ursprüngliche Grund für die Kehrwoche. Denn warum sollte einer immer den Dreck von anderen wegwischen? Da hat der schlaue Schwabe schnell die Kehrwoche erfunden um sich vor der Arbeit zu drücken!


Und so steht Frau Nägele jetzt in ihrem Treppenhaus und fegt bis ins letzte Eck hinein. Schließlich kommt hier ja auch der ganze Besuch vorbei. Und da das Treppenhaus eigentlich schon vorher ganz sauber war, freut sich der Schwabe ganz besonders, wenn man während dem Putzen mit dreckigen Schuhen über den sauberen Boden läuft.


Frau Holzäpfel, die ihre Gartenmöbel todgewischt hat, kommt auf Frau Nägele zu:"So, wa geits denn bei ihna heid zom essa?" (Dies ist eine gute Möglichkeit, die Nachbarin in ein Gespräch zu verwickeln, um ihr dabei Putztechniken abzugucken.)
"Maultascha !" - "G'schmelzt odr in dr Brüh' ?" - "G'schmelzt !" - "Hano !" (schwäbischer Ausdruck, der alles sagen kann, im Gegensatz zu "Hanoi")


Frau Nägele schaut Frau Holzäpfel genervt über die Schulter und meint."Sie, gucket se mol der Hond do hodd ihna end Hofeiffahrt neigschissa..." (Guter Trick, um nervende Schwaben loszuwerden...) Frau Holzäpfel rennt wie von der Tarantel gestochen zum Ort des Geschehens und betrachtet sich die Bescherung. Frau Nägele grinst ihr hämisch zu.


Während nun Frau Holzäpfel den Haufen mit spitzen Fingern entfernt, fällt ihr etwas ein: Warum macht Frau Nägele ihre Kehrwoche heute eigentlich selbst? Sie hat doch eine Mieterin, die diese Woche eigentlich dran wäre...(Ja, die Kehrwoche wird im Schwabenland sehr gerne als Druckmittel eingesetzt.


So reicht es nicht, wenn die Hausbesitzer selbst diese Putzwut haben, auch ahnungslose Mieter werden in diesen Teufelskreis integriert und dürfen alle zwei Wochen die Lappen schwingen. Erledigen sie das nicht, droht die Kündigung oder wenigstens die vollkommene Ignorierung durch die Hausbesitzer.)


"Frau Nägele, isch heut nedd ihre Mieterin dra mit dr Kehrwoch? Isch die etwa scho wieder im Urlaub?" (Derartige Fragen werden nur von Schwaben warheitsgemäß beantwortet, da Nichtschwaben sofort den Hintergrund der Neugier erkennen...)
"Noi, die hodd sich letschd Woch bei dr Kehrwoch' da Zaia brocha. Se isch 's Gländr naghaglt beim putza."

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