Aus amma Bäsaschdiel kasch nedd guad a Flöd schniddza   (Übersetzung hier)

Das bäuerliche Schwäbisch


Die schwäbische Sprache hat, wie alle Dialekte, eine große Bandbreite an Abweichungen zur Hochsprache.


Da gibt es das Stuttgarter Honoratiorenschwäbisch, das zum Beispiel der Kommissar Bienzle im Tatort spricht. Dann gibt es das normale Umgangsschwäbisch, das man überall im Schwäbischen auf jedem Wochenmarkt hören kann. Und schließlich gibt (um nicht zu sagen gab) es das bäuerliche Schwäbisch, das in seiner Derbheit und Unverständlichkeit fast nicht zu überbieten ist.

Als Kind fragte mich mal ein Bauer von seinem Traktor herab:  'Weam khairaschn Dua?" - was mich sofort zum Weinen brachte und schluchzend in die Arme meines Vaters trieb. Dabei wollte der Bauer eigentlich nur wissen, wie ich heiße!


Nachstehend habe ich einen Text aus dem Internet in eine so lesbare Form gebracht, dass er am ehesten diese bäuerliche Sprache dokumentiert. Es geht um die Beschreibung eines Schlachtfestes im Winter:


"...so isch no bald der Johresablauf vom Baura zu End, ond no fangd er langsam aa midd seine Wenderarbeida, midd Holzmacha, vorher nadiirlich no dia komplizirde Maschina inschdandseddza ond riichda, dass mer's im andra Johr wiidr eiseddza kaa.

Und so fraid mer sich no au uf a ruigere Zeid in Winders, denn selbschd mit de Maschina, mua mer emmr dabei sei, wenn au nedd so midd dr Arbeidskrafd, abbr mit 'am Kopf ond midd de Nerfa.

Saumeddzga isch bei aues emmr e bissle a Fäschd. Do geids Meddslssupp. Zerschda mue mer d'Sau fuadera, bis se sowaid ischd, un no mua mer dr Meddzgr verschdändiga, weil selber do ko mer dui Sach edda, un no wenn mer da Zeidponkt ausgmaachd hod, no gaads im Morgadds los.

Bei Zeid de Kessel fuira, dass' Wasser suid, do guggad d'Frau danooch, un di Manna dia guggad noch deera Sau em Sauschdall un ziehad sia raus, dr Meddzgr där kommd mit dem Schussabbraad, und wenn er gued triffd, no isch dui Sau glei hee.

Dr' oi isch do danna mit dem Kiibl zum Bluedrihra, dr Meddzgr, där schdichd, un soo hemmr dui Sau in kuurzer Zeid erleegd. Drnoch bringd mer kochads Wassr in d'Mulde nei, duud dui Sau dr'nei ond schaabd ond duad ond machd ond kraddsd, bis dui Sau saubr ischd.

No brouchd mr e baar schdarge Manna, dass dui Sau an Rächa kommd, dass dr Meddzgr amol aafange ko. No kommd s'Aigwaid raus, dr Kopf wäg, un no is soweid, dass' mer der Fleischschaur hold, ond noch de Trichine guggad.

Wenn no ällas in Oaning ischd, no kommad di guade Schdiggle nai in Kessl zur Meddslsupp. So lang no dia Sächla kochad, verleegd dr Meddzgr d' Sau voll ond d'Muadr, dui guggad schau noch de aierschde Leid zum Bschdelle, mo mer eilaad zur Meddslsupp.

No kommd a reachdr Haafa Graud aufs Fuier, un no wenn's soweid ischd, no sitzd mr am volla Disch mit d' Leid ond Meddslsupp ond Wuurschd, ond in guadr Schdimmung maachd mr no dia Sacha weg."


Wenn Sie Schwabe sind, versuchen Sie einfach mal diesen Text zu lesen und sich dabei vorzustellen, ein schwäbischer Bauer von der Alb zu sein - denken Sie einfach, Sie hätten eine Klobürste im Hals ..


Übersetzung


.. so geht dann bald der Jahresablauf eines Bauern zu Ende, und er fängt so allmählich mit seinen Winterarbeiten an, er schlägt Holz, vorher muss er aber noch die komplizierten Maschinen instand setzen und herrichten, dass man diese im nächsten Jahr wieder einsetzen kann.

Und so freut man sich dann auch auf die ruhigere Zeit im Winter, denn trotz der vielen Maschinen ist man immer angespannt, wenn auch nicht mehr so sehr mit der Muskelkraft, aber mit dem Kopf und den Nerven.

Das Schlachten eines Schweins hat auch immer etwas von einem Fest an sich. Da gibt es dann Metzelsuppe. Aber zuerst muss man das Schwein füttern, bis es dann soweit ist, dann hat man den Metzger zu verständigen, weil selbst schlachten kann man nicht, und wenn dann der Termin feststeht, dann geht es schon frühmorgens los.

Rechtzeitig werden die großen Kessel angeheizt, dass das Wasser heiß ist, dies ist die Aufgabe der Frau, der Mann sieht nach dem Schwein im Stall und holt es heraus, der Metzger kommt mit dem Bolzenschussgerät und wenn er gut trifft, ist das Schwein sofort tot.

Ein Mann wartet dort drüben mit dem Gefäß zum Blutrühren, der Metzger sticht zu und das Schwein ist in kurzer Zeit erlegt. Danach schüttet man kochendes Wasser in den Trog und schabt und kratzt und plagt sich, bis das Schwein sauber ist.

Jetzt benötigt man ein paar starke Burschen, damit die Sau an den Haken kommt, damit der Metzger endlich beginnen kann. Zuerst holt man die Eingeweide heraus und schneidet den Kopf ab, dann kann man den Fleischbeschauer holen, der auf Trichinenbefall prüft.

Wenn alles in Ordnung ist, legt man die besten Fleischstücke in den Kessel zur Metzelsuppe. Während diese Stücke kochen, zerlegt der Metzger das restliche Schwein und die Mutter läuft herum und lädt die ersten Gäste zur Metzelsuppe ein.

Jetzt wird noch ein großer Topf mit Sauerkraut auf den Herd gestellt und wenn dieser heiß ist, dann sitzt man mit vielen Menschen an einer großen Tafel voller Metzelsuppe und Würsten, und in bester Stimmung wird alles verspeist.

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