A Schwob wird nedd reich durch viel vrdiena, sondern durch wenig ausgäba!   (Übersetzung hier)

Schwäbische Gedichte von Maria Eisenhut - Seite 2


Vita Maria Eisenhut   Gedichte I Gedichte II Liedtexte


In Oberschwaben geboren und heute in Stuttgart lebend, hat Maria Eisenhut viele kleine und große Geschichten in schwäbischer Mundart  als Gedichte oder Liedtexte zu Papier gebracht. Gerne war ich bereit, eine Auswahl auf meinen Seiten zu veröffentlichen und so einer größeren Leserschaft näher zu bringen.
(Peter-Michael Mangold)





Freizeitspaß

Des war Ende September
im vôriga Jôhr -
So an herrlicha Âbad
kommt scho' ganz selta vôr.
S'isch d'Luft no' so warm...
all's so friedlich und schtill...
I' schtand am offana Fenschter
und genieß' des Idyll.

Dann lauft au' no' a' Kätzle
nôch links über d'Schtrôß,
unterschtreicht no' den Frieda,
es pressiert am it groß.


Nô hockt se sich nieder,
weil's ra dô scheinbar g'fällt
und isch ringsrum so z'frieda
mit sich und d'r Welt.

Dô kommt z'môl in Richtung Schmieacha
a'weißes Auto daher.
Des fahrt ziemlich langsam,
s'ischt au' sonscht koin V'rkehr.

Des'scht entweder an „AUDI“
od'r an „BMW“ g'wäa,
des han'e em Halbdunkla
nem'me recht g'sä(h)a.
Z'môl fahrt der gezielt
uf des Miezale zua...!


I' schdand g'schockt an mai'm Fenschter,
v'rbei isch mai' Ru(h)a.
Nô' hör' i' an Schrôi!
Hör' dia Knöchala kracha...
I' schtand schiergar d'rnäaba
und ka' gar nix macha.


Nô ziaht der weiße Karra
noch rechts, und gibt Gas,
und s'Kätzle liegt schterbend
halb zwerquetscht uf d'r Schtrôß.

I' renn so schnell wia'ne ka'
zua deam Miezale na'
und hoff halt, daß d'r Tierarzt
no' was a'fanga ka'...


Dô duat's grad sai' letschts Schnapperle -
s'isch' mit' am v'rbei...
… mir gôht des Erlebnis
bis heut' no' it ai...!

Wem willsch' denn des melda?
Dô hörscht höchstens dean Satz:
„Was regsch' de denn auf?
Des war doch bloß a'Katz“!




Ihren Führerschein, bitte!

I' gib's jô zua, im erschta Jôhr
kam scho' so mancher Patzer vôr.
Falschparka.... s'Fahra – oft viel z'schnell...
han überholt … it ganz reell...!


Des 'scht manchmôl echt bloß „Duss'l“ g'wäa,
s'hôt koiner grad' dean Fehler g'sä(h)a.
Doch schaint's han i's it übertrieba,
mir isch' bis heut' mai'n „Lappa“ 'blieba!


Weil mir des Ding so wichtig isch'
liegt's jetzt ganz schtolz auf Ihram Tisch!
- Des Rasa und so krumme Sacha
laß' i' heut' liab'r and're macha.


Längscht fahr' i' rücksichtsvoll – und find',
dean „Lappa“ han i' echt verdient.




Kleine Fische

En mei'm Bezirk
dò hend se baut
a' wirklich schnucklig's Haus
mit Treppala ond Erkerla
ond Gärtla vorna naus,
mit Bleamla rum und Rosastöck...
a' Becka derf it fehla
mit Binsa und mit Goldfisch drin -
fünf han'e könna zähla.

S'war Herbscht, bis älles fertig war,
und s'isch echt dufte wôra.
Doch eines Morgens war deam See
sei' Oberfläche g'frora.
Z'erscht han'e denkt, i' sieh it recht -
i' han's it könna fassa...
Dia könnat doch dia Fischla dô
it oifach draußa lassa.


Ja menschenskind – was mach i' jetzt?
I' han doch nix zom Saga,
i' bin doch dô bloß d'Zeitungsfrau,
soll nix als pünktlich und genau
älldag mai' Zeitung traga.

Des Eis wird dicker jede Nacht...!!
Was hätt'e solla macha?
I laß' a' Schneeschipp' voller Wucht
auf dean Eisdeck'l kracha.


Dia Fischla brauchad doch à Luft!
Em Schtilla han'e betat,
daß Oiner doch dui Trepp nuff gôht
der no' a' Herz im Leib drin hôt
und schnell dia Fischla rettet.

Wia i' nô' bin zwôi Täg verreist
han'es am Tierschutz g'schrieba.
Dia send au' freundlich g'wea und nett,
hend g'sait, daß ebber komma dät.......
Doch dôbei isch's scheint's blieba.

Se send vergessa', s'Jôhr isch rum,
ma' ka' se nemme braucha.
Im Schlamm, (dean's üb'rhaupt it gibt),
sollat se undertaucha.

Wia ich noch drei Täg wiederkomm,
sieht ällas troschtlos aus...
Mai' Fischlesteich isch dick verschneit
und aus der Winterherrlichkeit
schtand' bloss no' d'Schtôrra naus.


Wia'n i' dò so dui Trepp' nà lauf
dò wird’s mir hoiß und bang.
… Oh Gott, was dô no' drunter isch,
des überlebt's it lang.

… D'rneba schtoht à Vog'lhaus,
s'isch kaum fünf Met'r weit,
dô wird, damit's jô jeder sieht,
en haufa Fuatter g'schtreut,
obwohl dia Vög'l anderschtwo
au' z'Fressa finda dätet
und ohne grad DEAN Fuatterplatz
no' lang it z'hungra hättet.


Und Koiner sieht dui echta Not!
A' Fischle ka' it schreia.
Isch's herzlos? - Isch es d'Dommheit bloß?
(Dui könnt mr no' verzeiha...)

Wia's wieder wärmer wor'a isch
han i' se nomôl g'se(h)a.
Hautfetza hangat aus am Schlund,
ihr Bäuchle, des war dick und rund
...und isch halt oba g'wäa.


Koin Schnapper meh, koin Zappler meh....
se send v'rschtickt, verfrora...
A'Fischle isch doch grausig dra'
weil des jô gar nia flüchta ka'
wenn's für's „Basseng“ gebora.

Am nächschta Tag war älles weg,
bloß Oiner war no' denna,

der hôt's als Oinz'ger überlebt.
Warum hôt ma' dui „Fischerei“
im Herbscht it macha könna?

Ma' hôt ganz still und heimlich dau'
und hôt se schnell verschwinda lau'
daß jô koi' Fremder des entdeckt
was hinter der Fassade schteckt.

Des Pech macht eigentlich nix aus,
s'isch jô it wia bei arme Leut.
Ma' suacht sich eaba' Neue raus
wo's jô grad' g'nuag von deane geit.


Se brauchet bloß oin Sommer heba
und das Gefühl von Schönheit geba.
S'Gesamtbild sollad se veredla,
ästhetisch mit de Flossa wedla.
Des sieht so schick nôch „tierlieb“ aus
und paßt vor ällem guat zum Haus.

Wer denkt scho', daß a' kloiner Fisch
doch au' a' G'schöpfle Gottes isch'.
S'hôt Nerva 'kriagt, des arme Vieh
und hôt a' G'fühl, wia du und i',
und wer des halt it ka' begreifa,
der sott sich doch dean Schpaß vr'kneifa.


A'Fischle isch doch traurig dra'
weil's uns sai' G'fühl it zôiga ka'.
De Maischte denkad: „Tja, so isch“.
Für dia send des doch kloine Fisch.



Scheue Liebe

Ich wollte, ich wär' in den Wolken geboren
und wäre ein Sternchen aus Eis.
Mit tausenden Flocken könnt' ich da tanzen
und wär' wie sie strahlend und weiß.

Weißt Du, wohin ich dann fliegen möchte?
Auf Dein weiches, seidiges Haar.
Zu einem Tropfen möcht ich zerfließen
in Deiner Wärme, und Du würdest nicht wissen,
dass ich einmal ein Schneesternchen war.

Ich möchte Dir über die Stirne rinnen
und über Dein liebes Gesicht,
möchte leise Deine Lippen berühren,
doch Du, Du merktest es nicht.

Weißt Du wie herrlich ein Tautropfen funkelt,
den ein Sonnenstrahl zitternd umschließt?
So sanft, so behutsam möcht' ich Dich grüßen,
Dich streicheln, und Du würdest nicht wissen,
dass ein winziges Sternchen Dich küsst.





(c) Maria Eisenhut, Stuttgart



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