Hinderschefirre isch au gfahra   (Übersetzung hier)

Schwäbische Unlogik III


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Einige Fremdworte werden völlig unlogisch betont: Tunell (Tunnel), oder Karrasch (Garage) auf letzten Silbe, Birro (das Büro) oder Depoo (das Depot) auf der ersten Silbe.


Schmankerl: Das Lied vom Tunéll zwischen Stuttgart und Ulm würde sich nicht reimen, wenn der Schwabe Túnnel sagen würde:

Zwischa Schduagard ond Cannschdatt,
do isch a Tunéll,

wemma neifährt, wird's dongl,

wemma nausfährt, wird's hell.


Sogar das Geschlecht wird gelegentlich ausgetauscht:

Schwäbisch

Deutsch

der Schogglaad

die Schokolade

der Bank

die Bank

der Pederling

die Petersilie

der Zwiebl

die Zwiebel

der Buddr

die Butter

der Zeh

die Zehe

der Sogga

die Socke

der Bagga

die Backe

der Schurz

die Schürze

der Brommhommelr

die Hummel

der Schnoog

die Stechmücke

der Riddz

die Ritze

der Raddz

die Ratte

der Heuschregg

die Heuschrecke

der Zegg

die Zecke

das Efeu

der Efeu

der Puld

das Pult

der Radio

das Radio

der Sofa

das Sofa

das Tunnel

der Tunnel

der Endifie

die Endivie

der Fersa

die Ferse

das Kamin

der Kamin

das Egg

die Ecke


Wenn der Schwabe der Butter sagt anstatt die Butter, dann gilt das vielen als der Beweis dafür, dass Schwäbisch ein falsches oder schlechtes Deutsch sei. Aber wir sind in guter Gesellschaft. Denn auch den Franzosen (le beurre) und Italienern (il burro) kommt der Butter männlich vor.


A propos Geschlecht, in manchen Gegenden beherrscht man heute noch die Kunst das Zahlwort (zum Beispiel zwei) dem Geschlecht anzupassen, also zwee Männr, zwua Fraua und zwoi Kender.

Für manche Nicht-Schwaben fast unhörbar, für den Schwaben aber ganz wichtig, ist auch die Unterscheidung zwischen Singular und Plural. A Mädle sitzt auf amma Bänkle, aber  mehrere Mädla auf viele Bänkla.


Ohne Probleme bildet der Schwabe sogenannte geschlechtsneutrale Substantive, indem er einfach die Verkleinerungsform bildet: -le ersetzt dabei das hochdeutsche -chen und -lein: Männle, Äggerle, Briggle, Bildle, Schdiggle, Städtle, Räumle.


Das Wort 'Wir' kennt man hier nicht, 'Mir' heißt das. 'Ein Bier wie mir', wirbt eine Stuttgarter Brauerei. Lothar Späth galt immer als 'Kerle wie mir'.

'Mir gangad jeddz', heißt es korrekt und, Sie kennen alle den schwäbischen Schreckensruf, mit dem ein Schwabe die Tür vor jedem Hausierer zuschlägt, 'Mir gebad nix!'

Aus 'Mir' wird mitunter auch ein 'Mr' (mit rollenden R), das schwäbische Ehefrauen bevorzugt dann einsetzen, wenn Befehle an den Ehemann einen etwas konzilianteren Unterton erhalten sollen.

'Mr sodd Schbrudl hola' oder 'Mr sodd amol wieder d´Eldern eilada' sind typische Beispiele dafür .


Wenn Sie den Satz vernehmen 'Auf allen Wägen mit Gottes Sägen...', dann müssten Ihnen nach allem bisher von mir gesagten drei Dinge klar sein.

1. Was sollen Gottes Sägen auf allen 'Wägen', also Autos? Oder braucht man Gottes Sägen auf allen 'Wääga'. also Waagen ? Eigentlich nicht, höchstens bei starkem Übergewicht !

2. Der Sprecher ist vermutlich evangelisch ? Ja, prinzipiell haben Sie recht , Sie haben bestimmt schon diese Seite gelesen!

3. Sie glauben, dieser Satz ist gar nicht schwäbisch? Ja, aber hallo, Sie haben wirklich diese Seite gelesen!


Die hochdeutschen Wege sind nur in gestelztem Honoratioren-Schwäbisch 'Wägen', in echtem Schwäbisch sind es 'Weag'. Der hochdeutsche 'Segen' ist auf Schwäbisch zwar der 'Sägen', doch die hochdeutschen 'Sägen' sind 'Säaga' auf Schwäbisch. Und in einem der Wägen vom Daimler können Sie problemlos auf allen 'Weag' fahren, auf alle 'Wääga' müssen sie dagegen nicht fahren, das Gewicht steht ja im Fahrzeugbrief.


Stark gewöhnungsbedürftig sind die Pluralformen mancher Substantive, so zum Beispiel: Hemmadr (Hemden), Mannsbildrhemmadr (Herrenhemden), Soilr (Seile), Kneebfla (Knöpfe), Beem (Bäume), Hefdr (Hefte), Lugena (Lügen), Mischdena (Misthaufen), Hünd (Hunde), Bröödr (Brote) oder Audoner (Autos).


Das Wörtchen 'zu' wird häufig mit gewagten Konstruktionen umgangen  wie: 'dann fing er an midd heila' (er begann zu weinen) oder 'sie isch zom d'Milch hola komma' (sie kam, um die Milch zu holen).

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