An Kiebl Wassr ond a Rohr, färdig isch an Deutz-Modor.   (Übersetzung hier)

Schwäbischer Dialekt

 

Allem Geschwätz vom global player  zum Trotz, ich glaube nicht dass ein einzelner Mensch auf der ganzen Welt zu Hause sein kann, vielleicht mal abgesehen vom (inzwischen verstorbenen) Peter Ustinov und unserer (sich bester Gesundheit erfreuender) Freundin Daniela Sfameni.

 

Der Mensch fühlt sich in einem überschaubaren Mikrokosmos wohler. Er hat in sich den Rest vom Herdentrieb und sucht Kontakt zu Gruppen mit vergleichbarem Hintergrund. Dabei wird er zwangsläufig in seiner Heimatregion fündig, an die er sich anpasst und die geprägt ist von klimatischen, wirtschaftlichen und verkehrstechnischen Gegebenheiten.
 

Auch die Sprache orientiert sich an diesen Gegebenheiten und natürlich auch an historischen Hintergründen. Dadurch hat sie in jeder Region einen eigenen Dialekt hervorgebracht, der Menschen eindeutig mundartlich zuordnet.

 

Der schwäbische Dialekt ist beispielweise ganz eindeutig bäuerlich geprägt. Dies sieht man schon an den vielen Lautmalereien und Sprachbildern aus dem bäuerlichen Umfeld, wie z.B. "Do kennsch grad uff dr Sau naus".

 

Die Aussprache ist dem harten und entbehrungsreichen Leben der Vorfahren entsprungen und weist überall Spuren des schwäbischen Relativismus auf, "so isch no hald au wiedr" oder "wenn no älle so wärad, wi i sei sodd".

 

Während ein Bayer kraftvoll zu seinem Dialekt steht und nur mit Mühe Verständnis aufbringt, wenn jemand hochdeutsch spricht (Saupreiß !), neigt der Schwabe in solchen Fällen zu einem gewissen sprachlichen Minderwertigkeitsgefühl.

Mir selbst ging das auch so, bis ich vor über 40 Jahren in Berlin studierte und meine Kommilitonen gar nicht genug kriegen konnten von meinen schwäbischen Lauten. Heute jedoch, wo ich recht oft in Norddeutschland Kunden besuchen muss, habe ich mir für diese Fälle ein ganz brauchbares Hochdeutsch (wirklich!) beigebracht. Und in Berlin hat sich in Sachen Verhältnis zu Schwaben manches verändert ..

 

Ein Dialekt hat etwas Menschenverbindendes. Wie sehr freut man sich der Fremde über heimatliche Laute und setzt sich mit dem Landmann zum "äbbas drenga" in ein Cafe. Dort kann man dann in wenigen Worten Eindrücke austauschen, wie "dia Iddalienr machad sich" oder "Henn Si scho a Suffeniirle kaufd? - Noi, ersch em raa!". In Hochdeutsch müsste man dazu jeweils einen ganzen Roman erzählen.

 

Im Dialekt, und ganz besonders auf schwäbisch, lassen sich einige Sachen viel freundlicher, viel herzlicher, viel vertrauter aussprechen, wie auf hochdeutsch. Sogar Grobheiten gewinnen deutlich  an Charme.

 

Wenn Sie zu einem Mitmenschen sagen "Sie sind wirklich ein schwerfälliger und plumper Mensch", bekommen Sie garantiert Ärger. Sagen Sie aber stattdessen "Ha, du bisch abbr an reachdr Bauradrambl" - dann wird ein echter Schwabe das sogar als Lob für Standfestigkeit und Durchsetzungsvermögen verstehen.

 

Oder können Sie sich das Gesicht eines Gegenübers vorstellen, zu dem Sie: "Sie sind kleinkariert!" sagen ? Der Schwabe sagt: "Sei doch koin Griffelschbiddzr", und schon ist alles in Butter.

 

Im Schwäbischen wird aus einer negativen "Klatschbase" ein anerkennendes "Dagbläddle" und aus einem "Marmeladenfreund" wird ein "Gsälzbär", oder aus einem "Windhund" wird ein "Heggabeerlesbronzer", aus einem "Taugenichts" wird ein "Hurgler", aus einem "dumm daherredenden Menschen" wird ein "Lällabäbbel", aus einem "Besserwisser" wird ein "Gscheidle"

 

Wie viel angenehmer als das sterile "Ich liebe Dich" klingt doch das schwäbische "I moog di scho saumässig", wobei auch hier der zur Verstärkung benutzte Begriff seine Wurzeln im bäuerlichen Umfeld nicht verleugnen kann.

Und wie prägnanter wird das Schillerwort "Es liebt der Mensch das Strahlende zu schwärzen" in der Thaddäus Troll-Fassung mit "O dass d´Leut so gern ens Rosabeet bronzad".

 

Ein Dialekt beweist sich in seiner Lebendigkeit vor allem auch daran, dass er neu entstandene Begriffe aus der Hochsprache mühelos in den Griff bekommt. Aus Kabelfernsehen wird "Bändlesgugga" und aus der Ausstellung in der Kunsthalle  wird die "Hengaddse in dr Farbaschuier" und ein Apfel-Produkt zum "Aibreddle".

 

Der Hot-Dog wird zum "Weggaschlubbfr" und die Pommes zu "Grombiraschniddz".

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kann man jetzt wörtlich nehmen und im Lexikon alles auch anhören.

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