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5:16 - Ois noch viertl Sechse Wörterbuch Schwäbisch-Test Sprüche Schimpfomat Witze Eigenarten
Mitmacher gesucht! Derzeit führt Dr. Bettina Spreng von der University of Saskatchewan (Kanada) eine Studie zum Oberschwäbischen Dialekt durch, mit einem Online-Fragebogen und Audios zum anhören und einordnen. Wenn Sie aus dem Oberschwäbischen stammen, Interesse am Dialekt und 20-30 Minuten Zeit haben, dann machen Sie bitte mit, klicken Sie dazu hier!

Schwäbische Unlogik III

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Einige Fremdworte werden völlig unlogisch betont: Tunell (Tunnel), oder Karrasch (Garage) auf letzten Silbe, Birro (das Büro) oder Depoo (das Depot) auf der ersten Silbe.


Schmankerl: Das Lied vom Tunéll zwischen Stuttgart und Ulm würde sich nicht reimen, wenn der Schwabe Túnnel sagen würde:

Zwischa Schduagard ond Cannschdatt,
do isch a Tunéll,
wemma neifährt, wird's dongl,
wemma nausfährt, wird's hell
.

Sogar das Geschlecht wird gelegentlich ausgetauscht:


Schwäbisch
Deutsch

Bagga (der)

Backe, Wange (die)

Brommhomml (der)

Hummel (die)

Buddr (der)

Butter (die)

Cola (das)

Cola (die)

Dällr (das)

Teller (der)

Doil (das)

Teil (der)

Droddwar (frz: trottoir) (der)

Trottoir, Gehweg, Bürgersteig (das)

Duranandr (der)

Durcheinander (das)

Efai (das)

Efeu (der)

Egg (das)

Ecke (die)

Endifie (der)

Endivie (die)

Fahn (der)

Fahne (die)

Färsa, Färs (der)

Ferse (die)

Gommi (der)

Gummi (das)

Grässich (der)

Kresse (die)

Gwald (der)

Gewalt (die)

Hairauf

Futterraufe im Stall

Haischregg (der)

Heuschrecke (die)

Haxa (der)

Haxe auch: Bein, Fuß (die)

Karra (der)

Karre, abwertend für: Auto (die)

Koffr (das)

Koffer (der)

Liddr (der)

Liter (das)

Pederleng (der)

Petersilie (die)

Puld (der)

Pult (das)

Radio (der)

Radio (das)

Ratz (der)

Ratte (die)

Reba (der)

Rebe (die)

Ritz (der)

Ritze (die)

Sach (das)

Sache (die)

Scherba (der)

Scherbe (die)

Schnegg (der)

Schnecke (die)

Schnog (der)

Schnake, Stechmücke (die)

Schoklad (der)

Schokolade (die)

Schorle (das)

Schorle, ein erfrischendes Getränk aus Mineralwasser und Wein oder Apfelsaft (die)

Schurz (der)

Schürze (die)

Sofa (der)

Sofa, Couch (das)

Sogga (der)

Socke (die)

Thermomedr (der)

Thermometer (das)

Tunnell (frz: tonnelle) (das)

Tunnel (der)

Wad (der)

Wade (die)

Weischorle (das)

Weinschorle (die)

Zagga (der)

Zacken (die)

Zaia (der)

Zehe (die)

Zegg (der)

Zecke (die)

Zwiebl (der)

Zwiebel (die)


Wenn der Schwabe der Butter sagt, anstatt die Butter, dann gilt das vielen als der Beweis dafür, dass Schwäbisch ein falsches oder schlechtes Deutsch sei. Aber wir Schwaben sind in guter Gesellschaft. Denn auch den Franzosen (le beurre) und Italienern (il burro) kommt der Butter männlich vor.

A propos Geschlecht, in manchen Gegenden beherrscht man heute noch die Kunst das Zahlwort (zum Beispiel zwei) dem Geschlecht anzupassen, also zwee Männr, zwua Fraua und zwoi Kender.

Für manche Nicht-Schwaben fast unhörbar, für den Schwaben aber ganz wichtig, ist auch die Unterscheidung zwischen Singular und Plural. A Mädle sitzt auf amma Bänkle, aber mehrere Mädla auf viele Bänkla.

Ohne Probleme bildet der Schwabe sogenannte geschlechtsneutrale Substantive, indem er einfach die Verkleinerungsform bildet: -le ersetzt dabei das hochdeutsche -chen und -lein: Männle, Äggerle, Briggle, Bildle, Schdiggle, Städtle, Räumle.

Das Wort 'Wir' kennt man hier nicht, 'Mir' heißt das. 'Ein Bier wie mir', hat mal eine Stuttgarter Brauerei geworben. Lothar Späth galt immer als 'Kerle wie mir'.

'Mir gangad jeddz', heißt es korrekt und, Sie kennen alle den schwäbischen Schreckensruf, mit dem ein Schwabe die Tür vor jedem Hausierer zuschlägt, 'Mir gebad nix!'

Aus 'Mir' wird mitunter auch ein 'Mr' (mit rollenden R), das schwäbische Ehefrauen bevorzugt dann einsetzen, wenn Befehle an den Ehemann einen etwas konzilianteren Unterton erhalten sollen.

'Mr sodd Schbrudl hola' oder 'Mr sodd amol wieder d´Eldern eilada' sind typische Beispiele dafür .

Last, but not least: Das Wörtchen 'zu' wird häufig mit gewagten Konstruktionen umgangen wie: 'No fing'r a zomm heila' (er begann zu weinen) oder 'sie isch zomm d'Milch hola komma' (sie kam, um die Milch zu holen).

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Dialekte sind das Gedächtnis einer Region, jede Heimat hat immer auch eine Sprache.
Schwäbisch besticht durch seine Wortgewalt und Nuancen, die das Hochdeutsche meist nicht abbilden kann.
Da immer weniger Menschen im Alltag Schwäbisch schwätzen, gibt es schon seit vielen Jahren diese Website.
Als digitales Archiv gegen das Vergessen und für den Erhalt unseres wertvollen schwäbischen Kulturguts.
Für uns und für alle, die nach uns kommen.

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